Was wir leisten (können) - und was nicht

Jeden Tag fallen bei Herstellern und Händlern enorme Lebensmittel an, die - obwohl qualitativ einwandfrei - im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können. Lagerbestäge, Retouren, Produkte mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Überproduktionen, Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern usw.

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel Seesen sammeln diese überschüssigen Lebensmittel im Handel und bei Herstellern ein und verteilen diese an Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Es sind Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene ebenso wie Menschen, deren Arbeitseinkommen kaum für den Lebensunterhalt reicht. Zudem sind häufiger Kinder und Jugendliche von Armut bedroht wie Seniorinnen und Senioren mit niedrigen Renten.

Ingesamt unterstützen rund 30 Ehrenamtliche weit über Eintausend Menschen, davon sind 40 Prozent Kinder und Jugendliche.

Ergänzende Hilfe

Die Lebensmittelspenden der Tafel sind eine ergänzende Hilfe, sie decken nicht den wöchentlichen Lebensmittelbedarf der Betroffenen. Denn: Wir können nur das weiterreichen, was wir selbst gespendet bekommen. Und das sind vor allem Waren, die einen schnellen Durchlauf in den Geschäften haben: Obst, Gemüse, Brot- und Backwaren, Milchprodukte. Produkte mit langer Haltbarkeit wie Nudeln, Reis, Konserven oder Marmelade werden aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit weniger häufig gespendet. Wir können daher nie die ganze Bandbreite von Lebensmitteln anbieten.

Die Lebensmittelspenden bewirken vor allem dreierlei:

  1. Da es sich überwiegend um Obst, Gemüse, Milchprodukte und Backwaren handelt, leistet die Tafel einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung.

  2. Sie verschafft den Tafel-Nutzerinnen und Tafel-Nutzern einen kleinen, aber wichtigen finanziellen Spielraum, z.B. für ein Kleidungsstück, einen Besuch mit den Kindern im Zoo, ein Buch oder ein Geschenk für einen Freund. Dies eröffnet den betroffenen Menschen Chancen für mehr soziale Teilhabe.

  3. Die Tafel ist Ort der Kommunikation und Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Berufserfahrungen. Hier werden Kontakte geknüpft, Informationen mit Helfern oder anderen Betroffenen ausgetauscht (z.B. über Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände und anderer gemeinnütziger Initativen). Bei der Tafel Seesen engagieren sich auch Bedürftige selbst als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, weil sie etwas zurückgeben wollen.

Tafel in Trägerschaft

Die Tafel Seesen ist eine Tafel in Trägerschaft - und das sind rund 60 Prozent aller Tafeln. Träger der Tafel Seesen ist der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Ortsverband Seesen e.V.

Man muss genau unterscheiden, was ist die Tafel Seesen und was nicht. Oftmals kommt es zu Verwechslungen oder Vermischungen zwischen der Tafel und den anderen Trägerschaften und Projekten vom VAMV Ortsverband Seesen e.V.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wir tun unser Möglichstes, um den Tafel-Nutzern zu helfen, sich selbst zu helfen. So weisen wir zum Beispiel auf die Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände oder anderer sozialer Hilfseinrichtungen (Suchtberatung, Schuldnerberatung, Familienhilfe, usw.) hin.

Dort, wo es dank unserer Kooperationspartner und Spender möglich ist, organisieren wir selbst weitergehende Angebote: zum Beispiel die Kindertafel Seesen (zur Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher).

Die Tafel Seesen ist keine "Suppenküche"

Die Tafel Seesen ist keine Suppenküche. Auch beliefern wir keine sozialen Einrichtungen.

Die Suppenküchen, die es gleichwohl gibt, sind meist eigenständige Projekte von Kirchengemeinden. Sie sind keine Tafeln, werden aber häufig mit der Tafel ihres Ortes verwechselt.

Wir bieten keine Kleiderkammer. Auch keine Möbelbörse.

Über die Lebensmittelhilfe hinaus, ist uns aufgrund geringer räumlicher, personeller und finanzieller Kapazitäten in unserer Tafel leider nicht möglich, einen Kleiderladen anzubieten. Auch können wir keine gebrauchte Möbel, Haushaltswaren oder Elektrogeräte an unsere Tafelkunden weitervermitteln. Wir bitten um Verständnis.