Was wir leisten und tun - und was nicht

Lebensmittel retten. Menschen helfen

Jeden Tag fallen bei Herstellern und Händlern enorme Lebensmittel an, die - obwohl qualitativ einwandfrei - im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können. Lagerbestäge, Retouren, Produkte mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Überproduktionen, Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern usw.

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel Seesen sammeln diese überschüssigen Lebensmittel im Handel und bei Herstellern ein und verteilen diese an Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Es sind Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene ebenso wie Menschen, deren Arbeitseinkommen kaum für den Lebensunterhalt reicht. Zudem sind häufiger Kinder und Jugendliche von Armut bedroht wie Seniorinnen und Senioren mit niedrigen Renten.

Bürgerschaftliches Engagement

Die Tafelarbeit basiert auf einem sehr hohen ehrenamtlichen Engagement. Nach knapp 20 Jahren und in Anbetracht der immer komplexeren Aufgaben (Lebensmittelrecht, EU-Vorgaben, Sprachkompetenz...) und zunehmenden Nutzerzahlen wachsen die Ansprüche an unsere Arbeit. Besonders wichtig ist uns, dass die Ehrenamtlichen Tafel-Helferinnen und -Helfer in ihren Engagement nicht überfordert werden. Bei uns gibt es mehrere Teams (Fahrdienst, Verteiler, usw.) mit unterschiedlichen Altersstrukturen. So gewährleisten wir, dass die Aufgaben und das Arbeitspensum auf mehrere Schultern verteilt wird.

Ingesamt unterstützen 30 Ehrenamtliche weit über Eintausend Menschen, davon sind 40 Prozent Kinder und Jugendliche.

Wir freuen uns stets auf neue helfende Hände, die sich für die gute Sache engagieren wollen.

Ergänzende Hilfe

Die Lebensmittelspenden der Tafel sind eine ergänzende Hilfe, sie decken nicht den wöchentlichen Lebensmittelbedarf der Betroffenen. Denn: Wir können nur das weiterreichen, was wir selbst gespendet bekommen. Und das sind vor allem Waren, die einen schnellen Durchlauf in den Geschäften haben: Obst, Gemüse, Brot- und Backwaren, Milchprodukte. Produkte mit langer Haltbarkeit wie Nudeln, Reis, Konserven oder Marmelade werden aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit weniger häufig gespendet. Wir können daher nie die ganze Bandbreite von Lebensmitteln anbieten.

Die Lebensmittelspenden bewirken vor allem dreierlei:

  1. Da es sich überwiegend um Obst, Gemüse, Milchprodukte und Backwaren handelt, leistet die Tafel einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung.

  2. Sie verschafft den Tafel-Nutzerinnen und Tafel-Nutzern einen kleinen, aber wichtigen finanziellen Spielraum, z.B. für ein Kleidungsstück, einen Besuch mit den Kindern im Zoo, ein Buch oder ein Geschenk für einen Freund. Dies eröffnet den betroffenen Menschen Chancen für mehr soziale Teilhabe.

  3. Die Tafel ist Ort der Kommunikation und Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Berufserfahrungen. Hier werden Kontakte geknüpft, Informationen mit Helfern oder anderen Betroffenen ausgetauscht (z.B. über Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände und anderer gemeinnütziger Initativen). Bei der Tafel Seesen engagieren sich auch Bedürftige selbst als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, weil sie etwas zurückgeben wollen.

Tafel in Trägerschaft

Die Tafel Seesen ist eine Tafel in Trägerschaft - und das sind rund 60 Prozent aller Tafeln. Träger der Tafel Seesen ist der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Ortsverband Seesen e.V.

Man muss genau unterscheiden, was ist die Tafel Seesen und was nicht. Oftmals kommt es zu Verwechslungen oder Vermischungen zwischen der Tafel und den anderen Trägerschaften und Projekten vom VAMV Ortsverband Seesen e.V.

Direkte Hilfe für Bedürftige

Als Tafel ist uns ein Anliegen, denjenigen zu helfen, die Hilfe benötigen. Um das sicherzustellen, ist es unabdingbar, die Bezugsberechtigung zu prüfen. Dies sichert die gerechte Ausgabe der Waren. Gegenüber der Finanzbehörde müssen wir (die Tafel Seesen) und unser Trägerverein regelmäßig nachweisen, dass wir gemeinnützig sind und mildtätige Zwecke fördern. Auch unsere Lebensmittelsponsoren legen sehr viel Wert darauf, dass die gespendeten Lebensmittel ausschließlich an Bedürftige weitergegeben werden.

Es steht jedem Bedürftigen aus unserer Stadt, frei, unser Tafel-Angebot in Anspruch zu nehmen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wir tun unser Möglichstes, um den Tafel-Nutzern zu helfen, sich selbst zu helfen. So weisen wir zum Beispiel auf die Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände oder anderer sozialer Hilfseinrichtungen (Suchtberatung, Schuldnerberatung, Familienhilfe, usw.) hin.

Dort, wo es dank unserer Kooperationspartner und Spender möglich ist, organisieren wir selbst weitergehende Angebote: zum Beispiel die Kindertafel Seesen (zur Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher).

Die Tafel Seesen ist kein Supermarkt

Unsere Lebensmittelspenden sind seit jeher begrenzt. In Monaten, in denen wenig Menschen zur Tafel kommen, fällt die Menge für den Einzelnen größer aus als in stark frequentierten Monaten. Auch schwankt die Spendenmenge saisonal. Die Tafel Seesen ist kein Supermarkt, in dem die Waren in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Wir geben weiter, was zuvor gespendet wurde. Warenmenge und -vielfalt variieren daher.

Damit das Miteinander funktionieren kann, gibt es auch in unserer Tafel einige Regeln und Abläufe zu beachten.

Wir bieten keine Kleiderkammer. Auch keine Möbelbörse.

Über die Lebensmittelhilfe hinaus, ist uns aufgrund geringer räumlicher, personeller und finanzieller Kapazitäten in unserer Tafel leider nicht möglich, einen Kleiderladen anzubieten. Auch können wir keine gebrauchte Möbel, Haushaltswaren oder Elektrogeräte an unsere Tafelkunden weitervermitteln. Wir bitten um Verständnis.